Berufsbild Sozialpädagogik

Elemente für ein Berufsbild der Sozialpädagogin

Der Wandel in Gesellschaft und Ökonomie hat das Leben zahlreicher Menschen grundlegend verändert.
» Die menschlichen Züge spiegeln die Veränderungen der Gesellschaft wider. Sie sind gezwungen,
 immer wieder die Gestalt zu wechseln und sich neuen Verhältnissen anzupassen.« ( Max Horkheimer )

Diese Anpassung greift oft massiv in das private und gesellschaftliche Leben ein ( von der Flexibilisierung
der Arbeitszeit bis zur zunehmenden Auflösung traditioneller Familienmodelle) und ist für viele Menschen
nicht mehr ohne qualitätsvolle Unterstützung zu leisten. Damit steigt der Bedarf an sozialpädagogischer
Arbeit im Sinne eines Hinschauens, wo andere wegschauen.

Die Arbeit von SozialpädagogInnen setzt dort an, wo der Einzelne in seinem Alltag ( ob im Beruf, in der
Familie, in der Schule ) überfordert ist. Dabei ist Hilfe zur Selbsthilfe oberstes Prinzip. Sozialpädagogische
Arbeit bedeutet daher oft, Menschen vorübergehend oder begleitend bei der Veränderung ihrer Lebenssituation
zu unterstützen. Ziel ist die Stärkung der Betroffenen gegenüber den Anforderungen ihres sozialen
Umfeldes, die aber auch eine Veränderung dieses sozialen Umfeldes selbst mit sich bringen kann.
Daher teilen SozialpädagogInnen mit vielen anderen Professionen im psychosozialen
Bereich Grundqualifikationen und die berufsethische Haltung.

In der Praxis unterstützen SozialpädagogInnen Menschen in schwierigen Lebensumständen bei der Bewältigung
ihres Alltags und entwickeln mit ihnen Möglichkeiten, diesen in zunehmender Eigenverantwortung
wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ziel ist, dass die Betroffenen mit ihren spezifischen Problemen wieder
am sozialen Alltag teilnehmen können ( wie zum Beispiel selbstständige Haushaltsführung, bewusster Umgang
mit dem eigenen Körper, Organisation privater und beruflicher Lebensführung ).

Konkret arbeiten SozialpädagogInnen mit Kindern und Jugendlichen im Jugendwohlfahrtsbereich, begleiten
sie bei Ausbildung, Schule, Freizeit. SozialpädagogInnen arbeiten mit Menschen mit Behinderung,
mit alten Menschen. Sie arbeiten mit Einzelpersonen oder Gruppen, sie betreuen und begleiteen kontinuierlich
auf der Grundlage von reflektierten und theoriegestützten Zielen.

Mit den Betroffenen gemeinsam formulieren SozialpädagogInnen die Ziele der Betreuung. Begleitung
und Unterstützung sind ein Prozess, in dem die Arbeitsmethoden immer wieder reflektiert, dokumentiert und
auf ihre Tauglichkeit hin überprüft werden. SozialpädagogInnen können unterschiedliche Rollen in der Beziehung
zu den Betroffenen einnehmen – zum Beispiel als PädagogIn, Bezugsperson, KrisenmanagerIn, aber
auch als parteilicher » Anwalt « der Betroffenen.

Eine spezifisch sozialpädagogische Methode in diesem Prozess ist es, Kompetenzen und Fähigkeiten für
die Betroffenen erlebbar zu machen, daher setzt Sozialpädagogik bewusst auf kreativ-musische und Bewegungsangebote.

Mitten im Alltag der Betroffenen, der als Netz von sozialen Abhängigkeiten und Anforderungen beschrieben
werden kann, findet die Arbeit von SozialpädagogInnen statt. Sie müssen daher Probleme eingebettet
in das soziale Umfeld erkennen und anerkennen. Grundlage dafür ist eine genaue Kenntnis der strukturellen
Rahmenbedingungen (Arbeitsplatz, Wohnverhältnisse, Einkommen, Ausbildung etc.).

Sozialpädagogik als das Betreuen und Begleiten von Menschen in schwierigen Situationen verstanden,
setzt eine breit gefächerte Ausbildung voraus, in der sowohl theoretische Kenntnisse, musisch-kreative Zugänge
und praktische Erfahrungen eine zentrale Rolle spielen.